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Call for Papers: Germanistentag 2013: "Germanistik für das 21. Jahrhundert"

Positionierungen des Faches in Forschung, Studium, Schule und Gesellschaft

22.09.-25.09.2013 in Kiel

Der Call for Papers wurde zum 30. April 2012 abgeschlossen.

Germanistik und Deutschunterricht haben seit 1970 zahlreiche inhaltliche und strukturelle Wandlungen durchlebt. Seit der Wende zum 21. Jahrhundert erfahren sie erneut tiefgreifende Veränderungen, die sich auf die Forschung und auf das Studium, auf die Schule und auf die Gesellschaft auswirken. Der Deutsche Germanistentag 2013 erklärt diese Veränderungen zum Gegenstand der Arbeit in den Sektionen mit dem Ziel, Positionierungen des Faches zu erarbeiten und kritisch zu diskutieren. Konsequent sollen diese Veränderungen aus den Perspektiven der Hochschule und der Schule reflektiert werden.


In der Forschung führen neue Technologien, Ansätze und Methoden – schlagwortartig seien die „eHumanities“ bzw. „Digital Humanities“ genannt – zu neuen Perspektiven auf die Frage nach dem Verhältnis zwischen im engeren Sinn philologischen und hermeneutischen, bisweilen kulturwissenschaftlichen Ansätzen und Methoden und eher empirischen und sozialwissenschaftlichen Ansätzen und Methoden. Diese Frage ist nicht identisch mit der schon traditionellen Frage nach dem Verhältnis zwischen Literaturwissenschaft und Sprachwissenschaft, wenngleich es durchaus Berührungspunkte gibt. Die digitale Möglichkeit der sichtbaren Vernetzung von Forschungsinteressen am selben germanistischen Gegenstand – der deutschen Sprache und Literatur in ihren kulturellen, institutionellen und sozialen Kontexten in Geschichte und Gegenwart – mag zu neuen Positionierungen innerhalb der germanistischen Teildisziplinen wie auch zu neuen Positionierungen in ihrem Verhältnis zueinander führen.Zugleich gilt es, Positionierungen der Germanistik als Fach innerhalb einer neuen Forschungs- und Förderungslandschaft sowie innerhalb der Wissenschaftspolitik zu erarbeiten, die die Bedeutsamkeit der weiteren Erforschung traditioneller Forschungsgegenstände, auch mit bewährten Forschungsansätzen und -methoden, aufzeigen.

Im Studium haben bildungspolitische Entscheidungen im Gefolge von „Bologna“ zu bedeutenden Änderungen zumindest struktureller Art geführt. Die Umsetzung des Bologna-Beschlusses hat die Entwicklung germanistischer Bachelor- und Master-Studiengänge erforderlich gemacht, die national und international vergleichbare Inhalte und Kompetenzen des germanistischen Wissens und Könnens ausweisen sollen. Nationale KMK-Standards für die Lehrerinnen- und Lehrerbildung, Entwürfe für Kerncurricula für germanistische BA-Studiengänge sowie konzeptionell und inhaltlich grundlegend veränderte Studienbücher und Einführungswerke konstruieren entsprechend diesen Veränderungen der Studienstruktur ein neues Bild der Germanistik, ihrer Forschungsgegenstände und Forschungsmethoden.

In der Schule hat der Deutschunterricht gravierende Veränderungen erfahren, die ausgehend von der PISA-Debatte zu mehr Vorgaben geführt haben: Es gibt nationale Bildungsstandards für die Jahrgangsstufen 4, 9 und 10 sowie bald auch für die Allgemeine Hochschulreife. Darüber hinaus bestimmen zentrale Vergleichsarbeiten und Prüfungsaufgaben den Schulalltag. Trotz dieser Vorgaben bleibt in vielerlei Hinsicht unklar, worin die Kernbestände des Deutschunterrichts bestehen, insbesondere bezogen auf den Stellenwert sprachlicher und literarischer Bildung. Mit der Frage, was eine Deutschlehrerin, ein Deutschlehrer heute wissen und können muss, ist das Spannungsfeld von Hochschulgermanistik und Deutschunterricht berührt.

In der Gesellschaft schließlich werden oft wissenschaftliche Setzungen und Trennschärfen erwartet, wo es phänomenologisch keine zu geben scheint. Es werden konkrete Antworten des Faches auf Fragen erwartet, die den sprechenden und schreibenden, hörenden und lesenden Menschen in seinem alltäglichen Sprachleben und seinen literarischen Interessen berühren und bewegen. Solche Fragen haben nicht selten eine lange Tradition, und sie bestellen grundsätzlich weite Felder der deutschen Sprache und Literatur.

Die Erkenntnisinteressen, Perspektiven und Ergebnisse der Beschäftigung mit deutscher Sprache und Literatur in den Bereichen Forschung, Studium, Schule und Gesellschaft sollen auf dem Deutschen Germanistentag 2013 zusammengeführt werden, um in besonderem Maße den Blick auf den – vorhandenen oder auch fehlenden – Austausch zwischen diesen Bereichen zu schärfen, wie zum Beispiel den Austausch zwischen Hochschulgermanistik und Deutschunterricht; zwischen gesellschaftlichen Interessen und germanistischer Forschung; zwischen Wissenschaftspolitik und Forschungsparadigmen; zwischen Studiengängen und Berufsfeldern.

Der Deutsche Germanistentag 2013 setzt sich zum Ziel, in unterschiedlichen Sektionen aus den Teildisziplinen der Germanistik Grundlagen und Grundfragen zu erörtern und Positionierungen der Germanistik als Disziplin an der Hochschule sowie als Unterrichtsfach Deutsch an der Schule zu einem gemeinsamen Gegenstand – die deutsche Sprache und Literatur – zu formulieren. Als eine Richtschnur für die Arbeit in den Sektionen soll gelten, was in §1, Abs. 2 der Satzung des Deutschen Germanistenverbandes formuliert ist: „Aufgabe des Gesamtverbandes ist es, die Verbindung zwischen Schule und Universität zu wahren und zu vertiefen“ (Eckpunkte, zwischen denen diese Richtschnur aufgespannt
werden kann, werden in Heft 3/2012 der „Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes“ entwickelt und zur Diskussion gestellt). Die Leitungen der Sektionen werden deshalb aus Tandems je einer Vertreterin/eines Vertreters der Hochschule und der Schule gebildet; die Arbeit in den Sektionen wird
darüber hinaus nach Möglichkeit durch Vertreterinnen und Vertreter aus dem weiten Kommunikations- und Praxisbereich „Gesellschaft“ unterstützt.

Die Arbeit in den Sektionen soll vielfältig sein. Sie soll aus wissenschaftlicher Perspektive fachliche und didaktische Beiträge zum Thema der Sektion zusammenführen mit unterrichtspraktischen Fragestellungen aus der Perspektive des Schulfachs und nach Möglichkeit Beiträgen zur gesellschaftlichen Dimension des Themas. Aus diesem Grund sind unterschiedliche Arbeitsformen möglich und erwünscht (zum Beispiel Kombinationen aus Vorträgen, Workshops und Diskussionen oder Gestaltung der jeweils 90-minütigen Arbeitseinheiten durch Arbeitsgruppen aus Forschung, Studium, Schule und Gesellschaft).

Themenvorschläge und Exposés (max. eine Seite mit 2820 Zeichen inklusive Leerzeichen) werden in elektronischer Form erbeten an die E-Mail-Adressen, die den jeweiligen Sektionsankündigungen beigefügt sind. Einsendeschluss ist der 30. April 2012. Die Bekanntgabe der akzeptierten Beiträge wird bis zum 15. Juli 2012 per E-Mail durch die jeweiligen Sektionsleitungen erfolgen.

Das ausführliche Tagungsprogramm finden Sie nachstehend als pdf-Datei zum Download, außerdem auf der Homepage des DGV sowie in den „Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes“, Heft 1/2013.

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Die Gesellschaft für Hochschulgermanistik im Deutschen Germanistenverband ruft nachdrücklich Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zur Teilnahme am Germanistentag auf und fördert 20 Vortragende aus dieser Teilnehmergruppe mit Stipendien in Höhe von je 500 Euro. Voraussetzung für die Gewährung eines Stipendiums sind neben der Präsentation eines wissenschaftlichen Vortrags auf dem Germanistentag die Mitgliedschaft in der Gesellschaft für Hochschulgermanistik des
DGV (nur für Bewerberinnen und Bewerber aus Deutschland; Beitrittsformulare sind unter
http://www.hochschulgermanistik.de zu finden). Zur Bewerbung um ein Stipendium fügen Sie bitte Ihrem Exposé an die jeweilige Sektionsleitung ein formloses Bewerbungsschreiben und einen knappen tabellarischen Lebenslauf bei. Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten erfolgt auf der Basis der bis zum 30. April 2012 eingegangenen Bewerbungen, ein Rechtsanspruch besteht nicht.





Call for Papers: Germanistentag 2013 / Tagungsprogramm

Germanistentag 2013 Sektion 1: Erzählforschung

Germanistentag 2013 Sektion 2: Filmsemiotik

Germanistentag 2013 Sektion 3: Literaturkritik

Germanistentag 2013 Sektion 4: Literarizität in Theoriebildung, interpretatorischer Praxis und Vermittlung

Germanistentag 2013 Sektion 5: Sprachgeschichte des Deutschen

Germanistentag 2013 Sektion 6: Grammatikmodelle und grammatische Terminologie in Wissenschaft, Unterricht, Gesellschaft

Germanistentag 2013 Sektion 7: Deutscher Wortschatz in Wissenschaft, Unterricht, Gesellschaft

Germanistentag 2013 Sektion 8: Sprachbewusstheit und Neue Medien – Perspektiven auf Sprachgebrauch und Sprachreflexion

Germanistentag 2013 Sektion 9: Deutsche Orthographie in Wissenschaft, Unterricht und Gesellschaft

Germanistentag 2013 Sektion 10: Neue Aufgaben der Mediävistik

Germanistentag 2013 Sektion 11: Literaturgeschichte und Kanon

Germanistentag 2013 Sektion 12: Digitale Texte rezipieren und produzieren




26.05.2012CBK Online-Redaktion
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