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Ohne Literaturdidaktik

Bildungsnotiz der F.A.Z. vom 17.09.2009

An der Christian-Albrechts-Universität in Kiel wird seit zwei Semestern die für künftige Deutschlehrer an Gymnasien vorgeschriebene Vorlesung "Einführung in die Literaturdidaktik" nicht angeboten. Eine für Lehre, Forschung und Organisation verantwortliche Person ist nicht vorhanden und werde auch zum Wintersemester nicht eingestellt, kritisiert der Fachverband Deutsch im Deutschen Germanistenverband.


An der Christian-Albrechts-Universität in Kiel wird seit zwei Semestern die für künftige Deutschlehrer an Gymnasien vorgeschriebene Vorlesung "Einführung in die Literaturdidaktik" nicht angeboten. Eine für Lehre, Forschung und Organisation verantwortliche Person ist nicht vorhanden und werde auch zum Wintersemester nicht eingestellt, kritisiert der Fachverband Deutsch im Deutschen Germanistenverband.

Die Bachelor-Studenten könnten ihren Studienverpflichtungen nicht nachkommen, weil sie in den ersatzweise angebotenen Proseminaren nicht alle Platz gefunden hätten. Auch dafür sei es schwer, qualifizierte Leiter zu finden, denn sie würden als Lehrbeauftragte mit einem Honorar von etwa 450 Euro im Semester entlohnt - das entspricht einer Vergütung von zu versteuernden 28,12 Euro für eine Seminarsitzung von 90 Minuten. Das Wissenschaftsministerium in Kiel erklärte sich im Gespräch mit den Verbandsvertretern für unzuständig und verwies auf die Autonomie der Universität. Das "Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien" hat nach inneruniversitären Verhandlungen festgestellt, dass keine neue Planstelle für eine fachdidaktische Professur geschaffen werden kann. Vier Jahre lang soll eine habilitierte Lehrkraft eines schleswig-holsteinischen Gymnasiums in die Universität abgeordnet werden - doch bisher wurde keine gefunden. Es gebe in Schleswig-Holstein nicht viele habilitierte Lehrer, und das Ministerium und die Universität schöben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu, bemängelt der Fachverband. Schließlich habe Schleswig-Holstein eine Verkürzung der zweiten Phase der Lehrerbildung (Referendariat) beschlossen, weil in der ersten Phase intensiv "Didaktik" studiert werde, kritisiert der Verband.

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Bildungsnotiz F.A.Z. 17.09.2009




17.09.2009Online-Redaktion
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