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Fortsetzung der bildungspolitischen Gespräche in Mainz am 23. Mai 2012

Reduzierung der Klassenarbeiten als konkretes Ergebnis

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Am 23. Mai 2012 gingen in Mainz die bildungspolitischen Gespräche des rheinland-pfälzischen Landesvorstands des Fachverbands Deutsch in die nächste Runde.
Neben einem Antrittsbesuch beim neuen Bildungsstaatssekretär Hans Beckmann (SPD) standen Konsultationen mit der bildungspolitischen Sprecherin der Fraktion Bündnis90/Die Grünen, Ruth Ratter, und ihrer Kollegin Elisabeth Bröskamp sowie mit der Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Julia Klöckner, und der bildungspolitischen Sprecherin der CDU, Bettina Dickes, auf dem Programm. Beim Zusammentreffen mit dem Vorstand des Philologenverbandes Rheinland-Pfalz konnten gemeinsame Positionen abgesteckt und weitere Kooperationen vereinbart werden.


Klassenarbeitsreduzierung zum Schuljahr 2012/13 in Aussicht gestellt

"Es wird eine geringere Anzahl an Klassenarbeiten im Fach Deutsch zum neuen Schuljahr geben", hatte das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur bereits im Oktober 2011 in den Medien angekündigt. "Die Erwartungen nach der Zusage sind nicht nur bei unseren Verbandsmitgliedern, sondern auch bei Schülern und Eltern immens", betonte der Landesvorsitzende Dr. Markus Müller im Gespräch mit Staatssekretär Hans Beckmann. Wie Beckmann bestätigte, wurde die Novellierung der Verwaltungsvorschrift (VV) zum neuen Schuljahr 2012/13 in Aussicht gestellt: "Die Zahl der Klassenarbeiten im Fach Deutsch in der SI wird – nicht zuletzt als Ergebnis der Eingaben des Fachverbandes - schnellstmöglich reduziert."

Inzwischen hat das Ministerium das Anhörungsverfahren in Gang gesetzt, das bis Ende Juni laufen wird. Im Fach Deutsch wird der Umfang der schriftlichen Leistungen um zwei auf vier Klassenarbeiten reduziert, womit man der Forderung des Deutschlehrerverbands nach Gleichstellung der Kernfächer und schneller Entlastung nachkommt.

 

 

In den Gesprächen mit dem Landesvorstand hatten auch Bündnis90/Die Grünen und die CDU den zügigen Handlungsbedarf ausdrücklich bekräftigt. Die Brisanz der Thematik war ebenso vom Vorsitzenden des Philologenverbandes, Malte Blümke, hervorgehoben worden.

Positionspapier zur Arbeitsbelastung der Deutschlehrer in RLP übergeben

Auf der Basis langfristiger Beobachtungen und umfassender Mitteilungen von Verbandsmitgliedern und weiterer Deutschlehrkräfte erstellte der rheinland-pfälzische Landesvorstand des Fachverbands Deutsch in den vergangenen zwei Jahren ein 22 Seiten starkes Positionspapier zur Arbeitsbelastung der Deutschlehrkräfte im Land.

Zu den auffälligsten Problemfeldern zählen die personelle Ausstattung, das Abitur und verminderte Aufstiegschancen speziell für Deutschlehrer. Der Landesverband unterstützt Forderungen nach kleineren Klassen bzw. kleineren Kursgrößen in der Oberstufe und nach der Einstellung von zusätzlichen Lehrkräften. Das Fehlen von Kursmesszahlen für Leistungskurse und niedrig gehaltene Bedarfsmeldungen sorgen häufig für problematische Unterrichtssituationen.

"Das Fach Deutsch hat eine große Bedeutung für unsere Gesellschaft", betonte die CDU-Fraktionsvorsitzende Julia Klöckner bei den Konsultationen in Mainz. Damit die Deutschlehrer diesem Auftrag gerecht werden können, bedarf es in vielen Bereichen einer Neuregelung, die den Lehrern und somit letztlich den Schülerinnen und Schülern zugutekommt.

Der rheinland-pfälzische Landesverband unterstützt das dezentrale Abitur und weiß sich darin mit dem Staatssekretär des Bildungsministeriums, Hans Beckmann, einig: "Die Ministerin will an unserem Abitur festhalten." Die derzeitige Abitur-Verordnung verpflichtet die Deutschlehrer zur Stellung von vier Aufgabenvorschlägen. Ohne Qualitätsverlust und ohne Nachteile für die Schüler regt der Fachverband Deutsch RLP die Reduzierung auf drei Themenvorschläge an, was von Beckmann wie folgt kommentiert wurde: "Im Zusammenhang mit der Implementierung der Bildungsstandards für die MSS nehmen wir den Hinweis mit auf den Weg".

Auch das Problem verminderter Aufstiegschancen für Deutschlehrerinnen und -lehrer fand beim Bildungsstaatssekretär sowie den Gesprächspartnern von Bündnis90/Die Grünen sowie der CDU Gehör. Hans Beckmann betonte die Selbstverständlichkeit, dass die Kompetenzen bei der Auswahl entscheidend sein müssen, und folgte damit der Argumentation der Verbandsvertreter. Ein Blick in die schulischen Personenverzeichnisse des Philologenhandbuchs genüge, so der Landesvorstand, um zu erkennen, wie stark die Abschottung von rein mathematisch-naturwissenschaftlich geführten Gymnasien gegenüber anderen Fächern – speziell Deutsch – voranschreitet.

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                                                                                                                                                                     Fotos: Herbert Piel

Die Konsultationen in Mainz ergaben, dass Beobachtungen, Kritikpunkte und Änderungsvorschläge des Fachverbandes Deutsch RLP von den Gesprächspartnern der Bildungspolitik durchaus konstruktiv aufgenommen werden. Eine Fortsetzung des Dialogs wurde ins Auge gefasst.





Fortsetzung der bildungspolitischen Gespräche in Mainz




06.06.2012CBK Online-Redaktion
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