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Landesverband Schleswig-Holstein: Extra Stunden für individuelle Förderung gefordert

Ergebnisse der Sankelmark-Tagung 2013

v.l.n.r.: Almut Hoppe (frühere Vorsitzende), Dr. Eckhard Formella (1. Vorsitzender des Landesverbandes SH/HH), Beate Kennedy (2. Vorsitzende und Bundesvorsitzende des Fachverbands Deutsch im Deutschen Germanistenverband) (Foto: © FVD-DGV)
v.l.n.r.: Almut Hoppe (frühere Vorsitzende), Dr. Eckhard Formella (1. Vorsitzender des Landesverbandes SH/HH), Beate Kennedy (2. Vorsitzende und Bundesvorsitzende des Fachverbands Deutsch im Deutschen Germanistenverband) (Foto: © FVD-DGV)

Die schleswig-holsteinischen Deutschlehrer fordern extra Stunden für die individuelle Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler. "Ein bis zwei solcher Stunden im Deputat außerhalb des normalen Klassenunterrichts würden reichen, um Schülerinnen und Schüler mit einem intensiven Schreibtraining weiterzubringen", sagte Almut Hoppe vom schleswig-holsteinischen Vorstand des Germanistenverbandes bei der jährlichen Verbandstagung in der Akademie Sankelmark.


Die individuelle Förderung werde von den Lerntheoretikern und auch vom Ministerium gefordert, sei aber innerhalb der Klassen und des normalen Deutschunterrichts nicht zu leisten. Die Methode des Coachings, also der Lernbegleitung, biete wirksame Hilfen, um vor allem die Schreibfähigkeiten zu stärken, unterstrich auch Beate Kennedy, die vor kurzem zur Bundesvorsitzenden des Fachverbandes Deutsch im Deutschen Germanistenverband gewählt wurde.

Schon eine Jahreswochenstunde der Unterrichtsverpflichtung eines Deutschlehrers (Deputat) entspreche 40 Unterrichtsstunden im Jahr. Sind beispielsweise 20 Schülerinnen und Schüler in der Lerngruppe, entfallen davon auf jeden von ihnen zwei Unterrichtsstunden pro Schuljahr, in denen sie individuell mit der Lehrkraft arbeiten können.

Beim Coaching wird anders als bei der Notengebung ressourcenorientiert gearbeitet. Man bespricht, was der Schüler schon gut kann, und fragt, welche Entwicklung er selbst wünsche und in Angriff zu nehmen bereit sei. Schließlich werden konkrete Schritte verabredet, mit denen er seine Kompetenzen verbessern kann. Fürs Schreibtraining selbst könnten dann auch digitale Plattformen genutzt werden. Da nach der Hattie-Studie für etwa 50 Prozent des Lernerfolgs der Lernende selbst mit all seinen Voraussetzungen, seinem Wollen und der eigenen Motivation verantwortlich ist, sei dies ein sehr wirkungsvolles Vorgehen, sagte Almut Hoppe. Bei voller Stundenzahl arbeite ein Gymnasiallehrer mit 150-200 Schülerinnen und Schülern pro Woche, da sei die Wahrnehmung individueller Lernprobleme - außer über die Notengebung - nicht realisierbar. 

Die 60 Lehrerinnen und Lehrer hatten in Sankelmark bei Flensburg mit Wissenschaftlern und Experten zum Thema Schreiben im Deutschunterricht gearbeitet und sich neue Aufgabenformate erschlossen, die künftig in der Abiturprüfung relevant sein werden.





Artikel im shz vom 23.11.2013

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14.12.2013CBK Online-Redaktion
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