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Ihr Ansprechpartner im Landesverband Baden-Württemberg

Dr. Wolfgang Rzehak (Vorsitzender des Landesverbands)
07571-2251
rzehak@yahoo.com


Leben zwischen den Welten: Faust – Der goldene Topf – Der Steppenwolf. Eine vergleichende Betrachtung

Jahrestagung am 2. und 3. März 2018 in Stuttgart

Hermann Hesses Schreibmaschine im  Hesse Museum Gaienhofen (By Thomoesch (Self-photographed) [Public domain], via Wikimedia Commons; )

 

Das ausführliche Programm und weitere Hinweise zu dieser Fortbildungsveranstaltung des baden-württembergischen Landesverbandes stehen auch als pdf-Datei zur Verfügung.


Tagungsprogramm (s. Prospekt)

Freitag, 2. März 2018

14:00 Uhr Anreise, Begrüßung

14:30 Uhr Einführungsvortrag

16:00 Uhr Kaffee-/Sektpause

16:30 Uhr Vorstellung Workshops

17:00 Uhr Koordinationstreffen

Workshops bis 18:30 Uhr, anschließend Abendessen

19:00 Uhr
Dr. Denise Roth vom Faust-Archiv: Das Faust-Museum als Lernort (angefragt)
Hermann Hesse in Calw / Hesse-Museum als Lernort (angefragt)

Samstag, 3. März 2018

09:30 Uhr Workshops

12:00-13:00 Uhr Mittagspause

13:00 Uhr Vorstellung der Workshop-Ergebnisse

14:00 Uhr Bernd Isele, Dramaturg, und Maria Winter, Theaterpädagogin (Staatstheater Stuttgart)
Vortrag und Gespräch: Die Konzeption des Stuttgarter Faust und der „außerschulische Lernort“ Theater

16:00 Uhr Ende der Veranstaltung


Einführungsvortrag

Prof. Dr. Volker Frederking (Universität Erlangen-Nürnberg)

"Goethes Faust – identitätsorientierte und symmediale Zugänge zu einem Klassiker"

Auch wenn seit Hans Joachim Grünwaldts ebenso berühmter wie provozierender Frage "Sind Klassiker etwa nicht antiquiert?" mehr als vierzig Jahre vergangen sind, hat sich an dem damit ins Blickfeld tretenden didaktischen Grundproblem wenig verändert: Wie lassen sich Schülerinnen und Schüler für einen Klassiker wie Goethes Faust motivieren, vielleicht sogar begeistern? In dem Vortrag sollen zwei didaktische Zugänge in Theorie und Praxis vorgestellt werden, die dazu Ansatzpunkte  offerieren:

  1. Die Konzeption des identitätsorientierten Literaturunterrichts, mit der eine spezifische Verbindung von Sach- und Schülerorientierung angestrebt ist, deren Fruchtbarkeit in empirischen Studien überprüft werden konnte.
  2. Die Konzeption des symmedialen Literaturunterrichts, die gerade am Beispiel von Goethes Faust besonders fruchtbar ist, weil es kaum ein Werk gibt, das in vielfältigerer Weise medial verarbeitet worden ist.


Literatur:

Grünwaldt, Hans-Joachim: Sind Klassiker etwa nicht antiquiert? In: Diskussion Deutsch 1 (1970), S.16-31.

Frederking, Volker: Goethes Faust – ein rezeptions-, motiv- und mediengeschichtliches Modell in handlungs- und identitätsorientierter Perspektive. In: Bodo Lecke (Hrsg.):  Dauer im Wechsel? Goethe und der Deutschunterricht. Frankfurt am Main/ Berlin/ Bern/ New York/ Paris/ Wien: Lang 2000, S. 355-389.

Frederking, Volker: Goethes ‚Faust’ im symmedialen Literaturunterricht. In: Mitteilungen des deutschen Germanistenverbandes. Bestseller des 21. Jahrhunderts. Herausgegeben von Martin Huber und Albert Meier. V&R unipress. 2 (2010) 57, S. 220-236.

Frederking, Volker: Identitätsorientierter Literaturunterricht. In: Frederking, Volker / Krommer, Axel / Meier, Christel (Hrsg.): Literatur- und Mediendidaktik. Band 2 (2. aktual. Aufl.). Baltmannsweiler: Schneider 2013, S. 427-470.

Frederking, Volker: Symmedialer Literaturunterricht. In: Frederking, Volker / Krommer, Axel / Meier, Christel (Hrsg.): Literatur- und Mediendidaktik. Band 2. (2. aktual. Aufl.). Baltmannsweiler: Schneider 2013, S. 535-567.

 

Workshop

Prof. Dr. Angelika Schmitt-Kaufhold

"Das alltägliche Leben ins Blaue hinausrücken – Zugänge zu E.T. A. Hoffmanns Erzählung ‚Der goldene Topf‘"

Die Auffassung der Romantik, dass in der Alltagswelt eine innere Wirklichkeit erfahrbar wird, ist für heutige Schülerinnen und Schüler verwirrend. Es gilt im Unterricht zu vermitteln, wie dieser changierende Wechsel von Realität und poetischer Wirklichkeit Hoffmanns Werk durchzieht und inwiefern die Erzählung typische Züge der Epoche trägt.

Im Workshop sollen Unterrichtsschwerpunkte und methodisch-didaktische Überlegungen zur Erarbeitung der Erzählung im Mittelpunkt stehen. Nach einer kurzen inhaltlichen Einführung besteht die Möglichkeit, anhand von Materialien relevante Themen zu erarbeiten:

  • die Dualität von Hoffmanns Welt und ihre Umsetzung in der Erzählung
  • die besondere Erzählweise im Werk
  • ein aspektorientierter Vergleich mit Hesses Steppenwolf und Goethes Faust.

In abschließenden Kurzpräsentationen sollen die jeweiligen Ergebnisse allen Teilnehmern zur Verfügung gestellt werden.

 

Workshop

Dr. Maximilian Nutz (Seminarleiter, Lehrbeauftragter, Autor und Herausgeber) München

"Faust – ‚Prototyp der Moderne‘"?

Faust ist – von der Mythisierung als Verkörperung eines deutschen "Wesens" bis zu aktuellen Deutungen als "Prototyp der Moderne" (Jaeger) – eine der interessantesten Projektionsfiguren der Rezeptionsgeschichte. "Faust ist einer von uns", schrieb der Regisseur Martin Kušej: "Mehr Geld, mehr Sex. Mehr Schmerz, mehr Lust, mehr Vergessen. Stillstand ist der Tod. Das sind wir." Für den Regisseur Nicolas Stemann war Faust ein "Ego-Shooter", für den wir in einer "Gesellschaft von Radikalindividualisten" vielleicht die "idealen Leser" sind. (...)

Für eine Behandlung des Stücks im Literaturunterricht ergibt sich die Heraus- forderung, wie sich Wahrnehmungsweisen und Deutungen, die sich aus der heutigen Lebenswelt ergeben, mit der Bereitschaft verbinden lassen, sich auf den Problemgehalt und die besonderen Gestaltungsweisen des Textes in seinen epochenspezifischen Kontexten einzulassen.

(...) Faust ist eben nicht nur "einer von uns", sondern auch eine Figur aus einer in vielem für heutige Schüler fernen und fremden Welt, mit der Goethe Umbrüche in der eigenen Zeit mit denen der frühen Neuzeit verknüpft. Während sich produktive Verfahren vor allem dazu eignen, sich Figuren aus den Erfahrungen der heutigen Lebenswelt zu nähern, verlangt das Verstehen des Stücks in seinen Kontexten die bewusste und gezielte Verwendung von Analysemethoden.

(...) Nicht zuletzt geht es auch um die Frage, wie  die "Doppelperspektive" in Aufgabenstellungen für Klassenarbeiten umgesetzt werden kann.


Literatur:

Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil. Mit Materialien, ausgewählt von Maximilian Nutz. Editionen für den Literaturunterricht. Stuttgart, Leipzig: Klett 2013.

Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil. Andy Horschig. Stundenblätter. Stuttgart, Leipzig: Klett 2013.

Ulrich Gaier: Fausts Modernität. Essays. Stuttgart: Reclam 2000.

Michael Jaeger: Global Player Faust oder das Verschwinden der Gegenwart. Zur Aktualität Goethes. Berlin: wjs Verlag 2008.

Zur Person:

Dr. Maximilian Nutz, Jahrgang 1943, bis 2008 Seminarleiter für die Lehrerausbildung im Fach Deutsch an einem Gymnasium in München; viele Jahre Lehrbeauftragter für Neuere Literaturwissenschaft an der Universität München; Autor und Herausgeber von Schulbüchern bei den Verlagen Oldenbourg und Klett; fachwissenschaftliche und didaktische Aufsätze, u.a. zu Fragen der Behandlung von Literaturgeschichte im Deutschunterricht

 

Workshop

StD’in Nadine Küster und StD’in Dr. Monika Fellenberg
(Eschbach-Gymnasium Stuttgart-Freiberg)

"Der Steppenwolf – nur ein langweiliger, narzisstischer Seelentrip?"

Der Workshop zum neuen, "gefürchteten" Sternchenthema Der Steppenwolf von Hermann Hesse dient dazu, die für die Schülerinnen und Schüler interessanten sowie für das Abitur relevanten Aspekte des Werkes genauer unter die Lupe zu nehmen. Dafür gibt es eine kurze Einführung in die inhaltliche Thematik und die didaktische Reduktion, von der ausgehend eine Unterrichtseinheit zu wesentlichen Aspekten des Werkes (zum Beispiel Lektürevorbereitung, Figurenkonstellation, Sinnsuche etc.) entwickelt werden soll.

Dabei werden auch Bezüge zu den beiden anderen abiturrelevanten Werken hergestellt: Goethes Faust und Hoffmanns Der goldene Topf.

Zu den Personen:

StD’in Nadine Küster und StD’in Dr. Monika Fellenberg, Lehrerinnen für Deutsch und Geschichte und Abteilungsleiterinnen für die Gesellschaftswissenschaften am Eschbach-Gymnasium Stuttgart-Freiberg

 

Schlussvortrag

Bernd Isele (Dramaturg am Staatstheater Stuttgart)
Maria Winter (Theaterpädagogin)

"Die Konzeption des Stuttgarter Faust und der ‚außerschulische Lernort‘ Theater"

Das Verhältnis zwischen Schulen und Theatern ist naturgemäß nah. Trotzdem blicken Schüler, Schülerinnen, Lehrerinnen, Lehrer, Theatermacherinnen und Theatermacher nicht immer mit identischen Interessen auf einen Theatertext – und das macht diese enge Verbindung zugleich schwierig. Was an einem Theatertext interessiert, liegt oft weit auseinander: Bereits der Theaterdirektor in Goethes "Vorspiel" weist ironisch auf das Doppelproblem hin, dass jedes Werk "frisch und neu" und gleichzeitig lesbar und "gefällig" zu präsentieren sei. In dieser Grundfrage hat sich seit Goethe wenig verändert: Wie sehr will und muss ein Theater neue Erzählformen vorantreiben, um einer komplexer werdenden Wirklichkeit nahezukommen und nicht zum Museum zu werden? Wie sehr muss es gleichzeitig lesbar bleiben? Und wie geht man um mit der Differenz zwischen dem, was die Theatermacher selber denken, fühlen, sehen und dem, was eine Schülerin oder ein Schüler für real und erkennbar hält? Bernd Isele, Dramaturg am Staatstheater Stuttgart, spricht und diskutiert auf der Grundlage einer aktuellen Inszenierung über die Konzeption des Stuttgarter Faust und über den "außerschulischen Lernort" Theater.

 

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Anmeldung und Kosten der Tagung

Anmeldung per E-Mail bei Dr. Wolfgang Rzehak

rzehak@yahoo.com

Kosten der Tagung: 80 Euro
Für Mitglieder: 50 Euro

Man kann vor Ort Mitglied im Germanistenverband werden und erhält dann den vergünstigten Preis. Im Preis enthalten sind alle Papiere und Handouts, die auf der Tagung ausgegeben werden, ebenso ein Abendessen und ein Mittagessen in der Mensa der Schule.

Wir bitten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, den jeweiligen Tagungsbeitrag bei der Anmeldung auf das Konto des Fachverbands Deutsch zu überweisen. Alternativ ist auch Bezahlung in bar bei der Ankunft vor Ort am Freitag möglich.

Weitere Informationen zu Zahlungsmodalitäten, Anreise und Unterkunft finden Sie im Prospekt.

Wir danken dem Klett-Verlag für die Einladung zu einem Sektempfang am Freitag und für die Präsentation eines Büchertischs.





Prospekt zur Jahrestagung 2018 des LV Baden-Württemberg

Faustmuseum Knittlingen

E.T.A. Hoffmann-Haus, Schillerplatz 26, 96047 Bamberg

Hesse-Museen

Das Antiquariat Heckenhauer führt Erstausgaben, bibliophile Drucke, Privatdrucke, Autographen und Originalphotographien des Dichters Hermann Hesse

Katalog 285 des Antiquariats Heckenhauer in Tübingen: Eine Sammlung mit fast 6000 Objekten zu Hermann Hesse

Museum und Fondazione Hermann Hesse Montagnola

Museum und Fondazione Hermann Hesse Montagnola --- Postkartenvertrieb

Fortbildungsveranstaltungen LV Baden-Württemberg

Leben zwischen den Welten: Faust – Der goldene Topf – Der Steppenwolf. Eine vergleichende Betrachtung




30.11.2017CBK Online-Redaktion
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