
Ihr Ansprechpartner im Landesverband Hessen
Heinrich Opper (Vorsitzender des Landesverbands)
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Wie kann ich das Schreiben von Fachtexten unterstützen?
Formen und Formate wissenschaftspropädeutischen Schreibens in der Oberstufe.
Vortrag von Prof. Katrin Lehnen (Justus-Liebig Universität Gießen)
Fortbildungsveranstaltung des Landesverbandes Hessen im Deutschen Germanistenverband am 24.02.2011 in Zusammenarbeit mit dem Institut für Jugendbuchforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main
Im Beitrag von Frau Prof. Lehnen stand die Arbeit in der Sekundarstufe II im Mittelpunkt der Auseinandersetzung mit schreibdidaktischen Ansätzen: Mochte der Einstieg in die Thematik der aktuellen Aufregung um die Plagiatsaffäre Guttenberg geschuldet sein, so wurde doch damit der Kern wissenschaftlichen Arbeitens getroffen: Trennung von eigenem und Fremdem, Antizipation von Einwänden, Anschluss an den Forschungsstand. Von Schülern der S II werde zudem erwartet, dass sie expliziert mit Begriffen und Behauptungen umgehen können, was wiederum fachliche Intertextualität voraussetze.
Auch Frau Prof. Lehnen betonte den unabdingbaren Zusammenhang von Lesen und Schreiben und daraus folgend die didaktische Herausforderung, Textformen und Aufgabenformate lesend-schreibend zu erarbeiten. Sie verwies auf die methodischen Möglichkeiten, die das „aktive Lesen“ fördern und einüben helfen. In der Fachliteratur, in Arbeitsbüchern stehe eine Fülle von Vorschlägen für die Organisation des Unterrichts zur Verfügung. Im Mittelpunkt sollten Textformen stehen, die wissenschaftliches Arbeiten ermöglichen, wie z.B. Inhaltsangabe, Zusammenfassung, Rezension, Referat, Kontroversenreferat. Wissen erschließe sich über Textsorten, „in denen fachlich-sachliche Zusammenhänge, dargestellt, kommentiert und bewertet werden“. Wie bereits Herr Prof. Feilke betonte sie die Rekursivität des Schreibens, also ständiges Wiederlesen, Ändern und Überarbeiten. Wissen werde so kognitiv ausgehandelt und eigenes Wissen erweitert.
Mögliche Unterrichtsoperationen zeigte sie an einer Unterrichtsreihe mit der konkreten Aufgabe, Zusammenfassungen für einen Seminarreader zu schreiben. In besonderer Weise sei einsichtig geworden, warum überhaupt Texte wiedergegeben werden müssen. Die Aneignung fremden Wissens habe im Erschließungsprozess der Texte den eigenen Wissenszuwachs deutlich gemacht. Von daher sei auch die Überlegung, wie der eigene Text aussehen soll, die Zusammenfassung also, motiviert und begründet möglich gewesen. Der methodische Weg der „Schreibkonferenz“ leiste in seiner kooperativen Konstellation wesentliche Hilfestellung zur Einsicht in notwendige Arbeitsschritte. Die kommunikative Reflexion der eigenen Schreibaufgabe ermögliche ein tiefes Eindringen in Textroutinen wie ordnen, gliedern, konzipieren, Leitfragen er- und abarbeiten, Schreibpläne entwickeln, auswählen, gewichten, formulieren, überarbeiten.
Im Ergebnis seien deutliche Lernzuwächse zu verzeichnen gewesen:
- Prozesshaftigkeit des Schreibens
- Bewusstmachen von Textsorten
- Feedback: Fremdperspektive
- Feedback: Selbstvergewisserung
- Textoptimierung
Frau Prof. Lehnen schloss ihr Plädoyer für einen kooperativen Schreibunterricht mit der Forderung nach fächerverbindendem Unterricht. Die intensive Auseinandersetzung mit schreibprozess- und textproduzierenden Anforderungen sei Aufgabe aller Fächer, wenn Schüler komplexe Lese- und Schreibfähigkeiten entwickeln und beherrschen sollen.
Fortbildungsveranstaltungen LV Hessen
Reden ist Silber… Schreiben ist Gold
10.08.2011Ursula ZierlingerLV Hessen





