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Faust, aus und vorbei – Beiträge zum Ende des faustischen Zeitalters

Roter Salon, Volksbühne Berlin

"Was willst du dich denn hier genieren? / Musst du nicht längst kolonisieren?“ – so lautet die rhetorische Frage, die Mephisto im Schlussakt der Tragödie an Faust richtet. Der geniert sich natürlich nicht, sondern treibt die Kolonisierung der Welt ruhelos voran, so wie sich das für einen archetypischen Modernisierer gehört, der „ungebändigt immer vorwärts dringt.“


Heute ist der faustische Geist des grenzenlosen Vorwärtsdringens womöglich in Silicon Valley und überall dort zu Hause, wo die Kolonisierung sämtlicher Daseinsbereiche in den globalen Daten-, Bild- und Finanzströmen alle noch verbliebenen Grenzen überschreitet. Aber vielleicht ist hier dann auch Fausts großes Projekt, die Welt und das Leben ein zweites Mal neu zu erschaffen, in der Tat an ein Ende gekommen. Schon macht sich neuerdings allerorten, in schrillen Tönen vor allem in Amerika, der Überdruss am faustischen Expansionsdrang bemerkbar. In dieser Situation zeigen sich die Fausts Streben seit jeher gleichermaßen innewohnenden emanzipatorischen und alptraumhaften Elemente umso deutlicher. Die Vorträge und Diskussionen im Roten Salon werden den fausttypischen Doppelaspekt von Utopie und Dystopie thematisieren.

Mit Boris Groys, Diedrich Diederichsen, Carl Hegemann, Michael Jaeger, Ralf Konersmann, Manfred Osten und Valery Tscheplanowa

Ablauf:

16:00-16:10 Uhr Michael Jaeger: Faust heute – Begrüßung/Einleitung

16:10-17:00 Uhr Ralf Konersmann: Heroen der Unruhe

17:00-17:50 Uhr Manfred Osten: Homunkulus – oder: Das posthumane Glück

17:50-18:10 Uhr Kaffeepause

18:10-19:00 Uhr Michael Jaeger: Faust und die Stadt

19:00-20:00 Uhr Pause

Ab 19:40 Uhr Faustchöre – Ender/Kolosko

20:00-21:30 Uhr Podiumsdiskussion mit Boris Groys, Diedrich Diederichsen, Carl Hegemann und Valery Tscheplanowa

 

Gefördert mit freundlicher Unterstützung der Heinz und Heide Dürr Stiftung

www.volksbuehne-berlin.de

Linienstraße 227, 10178 Berlin

Telefon: 030 - 240 65 777

Tickets: 6,- Euro   
ticket@volksbuehne-berlin.de








23.05.2017CBK Online-Redaktion
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