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Deutscher Germanistentag 2013 in Kiel steht vor der Tür - Aktuelles Programm

22.-25.09.2013: Vielfältiges wissenschaftliches, fachdidaktisches und literarisches Angebot

 
Das Online-Anmeldeverfahren ist seit 01.09.2013 abgeschlossen.



Karten (auch für einzelne Tage) können direkt auf dem Germanistentag im Tagungsbüro erworben werden.

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Vom 22. bis zum 25. September ist der Germanistentag zu Gast an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. In zwölf Sektionen mit über 200 wissenschaftlichen Vorträgen und zahlreichen Workshops und Datensitzungen wird mit Vertreterinnen und Vertretern aus den germanistischen Fachdisziplinen und dem schulischen Deutschunterricht, aber auch aus außerschulischen und außeruniversitären Bildungsinstitutionen sowie aus Wirtschaft und Politik das Thema „Germanistik für das 21. Jahrhundert. Positionierungen des Faches in Forschung, Studium, Schule und Gesellschaft“ diskutiert.

Ein vielfältiges Rahmenprogramm wird die fachlichen Diskussionen begleiten. Den Festvortrag zur feierlichen Eröffnung am Sonntagabend wird der renommierte Göttinger Literaturwissenschaftler und Leibniz-Preisträger Heinrich Detering halten: „Als Germanist im 21. Jahrhundert. Ein Expeditionsbericht”.

Die weiteren Tage werden mit Plenarvorträgen von der Sprachwissenschaftlerin Angelika Linke, dem Literaturwissenschaftler und Fachdidaktiker Michael Kämper-van den Boogaart sowie dem Journalisten und Schriftsteller Thomas Steinfeld eröffnet. Weitere Höhepunkte sind die Lesung des Kieler Autors Feridun Zaimoglu und die Verleihung des Jacob- und Wilhelm-Grimm-Preises durch den DAAD.

Das Programmheft zum Germanistentag 2013 steht als pdf-Datei zur Verfügung. Aktuelle Änderungen und Ergänzungen finden Sie unter

Aktuelles zum GT 2013  


Außerdem finden auf dem Germanistentag traditionell die Mitgliederversammlungen beider Teilverbände mit der Wahl der neuen Vorstände statt (Tagesordnungen und Wahlvorschläge in M-DGV 2/2013, S. 209 f.).

Darüber hinaus soll in der Podiumsdiskussion „Germanistik und Deutschunterricht“ das gemeinsame Positionspapier der beiden Teilverbände des DGV (vgl. M-DGV 3/2012) auch öffentlich zur Diskussion gestellt werden. Das Thesenpapier zum ausführlichen Positionspapier finden Sie im Folgenden.


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THESEN FÜR DAS FORUM „GERMANISTIK UND DEUTSCHUNTERRICHT“ AM
23.09.13 AUF DEM GERMANISTENTAG IN KIEL, ERARBEITET VON DER ARBEITSGRUPPE
„GERMANISTIK UND DEUTSCHUNTERRICHT“ IM VORSTAND DES DGV

Perspektiven für Germanistik und Deutschunterricht zu erörtern: Dafür wollen die
hier vorliegenden Thesen einen Anstoß geben. Ihnen liegt in ausführlicher Form das
„Positionspapier der beiden Teilverbände des Deutschen Germanistenverbandes“
zugrunde (vgl. Mitteilungen des DGV 3/2012, S. 277-298 und auf der Homepage des Fachverbandes, dort auch als pdf-Datei). Dieses Positionspapier beschreibt aktuelle Grundlagen und Grundfragen der Germanistik sowie des Deutschunterrichts und reflektiert deren jeweilige Beziehungen zueinander. Einige Aussagen des Papiers, welche sich besonders auf das Verhältnis von Fachwissenschaft und Fachunterricht beziehen, werden im Folgenden pointierter formuliert.

I. Studium Germanistik für das Lehramt
Die Aufgabe, den Rahmen für die fachliche Bildung und Ausbildung der schulischen Lehrkräfte zu gestalten und auszufüllen, kommt der Hochschulgermanistik zu. Sie sieht sich in der Doppelrolle, einerseits die Sprachkompetenz der Lernenden und Studierenden zu stärken und ihnen andererseits sprach- und literaturwissenschaftliche Fachkompetenz zu vermitteln. Da sie aber gleichzeitig dafür verantwortlich ist, exzellente wissenschaftliche Leistungen zu erbringen und wissenschaftlichen Nachwuchs zum forschungsorientierten

Arbeiten auszubilden, besteht mitunter eine Spannung zwischen forschungsorientierter Germanistik einerseits und Lehrerbildung andererseits. Der DGV bietet in seinen Strukturen beispielhafte Möglichkeiten des wissenschaftlichen Austauschs und der Unterstützung
akademischer Lehrer(fort-)bildung.

Positionierungen:

Ia. Die Hochschulgermanistik muss Wege entwickeln, der Heterogenität der Studierendengruppen zu begegnen, sollte aber auch das Recht haben, Studieninteressierte
auszuwählen, zumindest aber stärker dazu aufzufordern, vor dem Studium (z.B. durch Self-Assessments; vgl. M-DGV 1/2012) zu einer besseren Selbsteinschätzung ihrer Eignung für das Fach zu finden.

Ib. Die Hochschulgermanistik braucht den Freiraum für eine nicht auf den Deutschunterricht bezogene Forschung und Lehre, muss aber auch die Lehrerinnen-
und Lehrerbildung als eine wissenschaftliche Aufgabe betrachten, die zahlreiche Forschungsanreize bietet. Forschendes Lernen in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung gehört ebenso dazu wie eine Institutionalisierung der akademischen Lehrerfortbildung und die Schaffung von Möglichkeiten zu einem Promotionsstudium, das auf die Bedürfnisse und Interessen schulischer Lehrkräfte ausgerichtet ist.

II. Qualifizierung von Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern
Die Ausbildung zur Lehrerin oder zum Lehrer im Fach Deutsch setzt eine fundierte fachliche
sprach- und literaturwissenschaftliche Qualifizierung voraus. Neben der didaktischen
Kompetenz ist es für schulische Lehrkräfte entscheidend, Expert(inn)en in ihrem Fach zu
sein und zu bleiben.

Positionierungen:

IIa. Die Lehrerinnen- und Lehrerbildung im Fach Deutsch/Germanistik in der ersten
Phase soll Studienstrukturen aufweisen, die Inhalte der Fachwissenschaft
mit Modellen der Fachdidaktik und der Schulpraxis exemplarisch verzahnen.

IIb. Die Hochschulgermanistik soll verstärkt und nachhaltig systematisiert Kurse
zur Fort- und Weiterbildung für Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer anbieten, welche sprach- und literaturwissenschaftliche Themen mit Fragen des Unterrichts verbinden. Zur Fort- und Weiterbildung gehören, wie oben erwähnt, auch Angebote zur Promotion; Lehrerinnen und Lehrer sollen ihrerseits die Angebote der Fortbildung an den Hochschulen sowie die Möglichkeiten eines Promotionsstudiums stärker wahrnehmen.

III. Aufgaben des Deutschunterrichts
An den schulischen Deutschunterricht werden hohe Anforderungen gestellt: Er soll nicht
lediglich in den basalen Kompetenzen Sprechen, Zuhören, Lesen und Schreiben ausbilden,
sondern diese Kompetenzen so weiterentwickeln, dass Schülerinnen und Schüler befähigt
werden zur Lösung anspruchsvoller kognitiver und kommunikativer Aufgaben in den Bereichen mündlicher und schriftlicher Rezeption, Produktion und Interaktion. Andere Fächer profitieren dadurch vom Deutschunterricht. Hinzu kommen gestiegene Anforderungen z.B. im Bereich Medienbildung. Neben diesen Aufgaben übernimmt der Deutschunterricht auch psychologische und soziale Aufgaben, die der Identitätsentwicklung und der gesellschaftlichen Teilhabe dienen. Die historische und auf die Gegenwart bezogene literarische und sprachliche Bildung (als Grundlage jeglicher kultureller Teilhabe) droht durch diese immer umfangreicher werdenden Aufgaben jedoch aus dem Blick zu geraten, obwohl sie nachweislich ästhetische, kognitive und affektive Fähigkeiten stärkt.

Positionierung:

III. Die zentralen Aufgaben des Deutschunterrichts liegen im Bereich der sprachlich-
literarischen Bildung. Wenn er darüber hinaus weitreichende zusätzliche psychologische und soziale Aufgaben erfüllen muss, bedarf er dazu einer Erhöhung der Stellen fachlich qualifizierter Lehrkräfte und der dem Deutschunterricht zustehenden Unterrichtsstunden.

 

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VERLEIHUNG DES JACOB- UND WILHELM-GRIMM-PREISES UND FÖRDERPREISES
AUF DEM GERMANISTENTAG

Zum zweiten Mal nach 2007 in Marburg wird auf dem Kieler Germanistentag der renommierte Jacob- und Wilhelm-Grimm-Peis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) verliehen. Er geht an die ungarische Germanistik-Professorin Elisabeth Knipf-Komlósi. Mit dem 2011 eingerichteten Jacob- und Wilhelm-Grimm-Förderpreis wird außerdem der chinesische Nachwuchswissenschaftler Li Shuangzhi ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 24. September um 20 Uhr statt. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Germanistentages sind zu der Veranstaltung eingeladen.





Programmheft GT 2013

Germanistentag 2013

Deutscher Germanistentag 2013 in Kiel




17.09.2013CBK Online-Redaktion
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