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Kritik an der Vergabepraxis des Deutschen Jugendliteraturpreises

„Der Blick wird verstellt auf deutsche Nachwuchsautoren und deren Bücher.” *

Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird seit 1956 als einziger Staatspreis für Literatur alljährlich vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verliehen. Ausgezeichnet werden herausragende Werke der Kinder- und Jugendliteratur des vorherigen Jahres. Die Liste der Preisträger spiegelt die Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland wider. Der Preis setzt Trends und markiert wichtige Veränderungen der Branche. Er ist zudem eine internationale Auszeichnung, denn es werden nicht nur deutsche, sondern auch übersetzte Titel nominiert und geehrt.


Gerade bezüglich der Internationalität kommt es immer wieder zu Debatten. Auch 2013 entspann sich nach Bekanntgabe der nominierten Titel in den Sparten Kinder-, Bilder- und Jugendbuch eine rege Diskussion.

So monierte die „Initiative deutschsprachiger Kinder- und JugendbuchautorInnen und IllustratorInnen” in einem Offenen Brief: „Bei Betrachtung der Nominierungslisten der vergangenen zehn Jahre zeigt sich: 70% der nominierten Kinder- und Jugendbücher sind keine deutschsprachigen Originalwerke. Im Nominierungsjahr 2013 betrug die Anzahl der nominierten Kinderbücher von deutschsprachigen AutorInnen: 0%. Wie auch bereits in den Jahren 2005, 2006 und 2007.” [1] Das Bundesjugendministerium und der „Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V.” wurden aufgefordert, die Statuten des Deutschen Jugendliteraturpreises zu überdenken.

In einer Pressemitteilung reagierte der „Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V.” auf die Kritik: „Egal, aus welchem Land oder Kulturkreis ein Buch stammt, es zählt allein die literarische Qualität. Denn Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf die besten Geschichten aus Deutschland und aller Welt. […] Für die Jahre 1956 bis 2004 ermittelte die Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg unter den Preisträgern aller Sparten 96 deutschsprachige Preisbücher und 91 ausgezeichnete Übersetzungen aus anderen Sprachen.” [2]

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 * Das Zitat stammt vom mehrfachen Preisträger Paul Maar. Vgl. den Offenen Brief der "Initiative deutschsprachiger Kinder- und JugendbuchautorInnen und IllustratorInnen" an das Bundesjugendministerium und an den Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. (s. untenstehenden Link, abgerufen am 03.05.2013).
[1] Offener Brief Initiative http://djlp-initiative.jimdo.com/  abgerufen am 03.05.2013
[2] Pressemitteilung Arbeitskreis http://www.jugendliteratur.org/pressemitteilung-70-weltoffen_und_internation.html   abgerufen am 03.05.2013

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Die Debatte mit ihren unterschiedlichen Positionen kann ebenso wie die Korrespondenz zwischen der Kritikerin Dr. Astrid van Nahl (Chefredakteurin von alliteratus.com) und der diesjährigen Juryvorsitzenden PD Dr. Gina Weinkauff unter folgenden Links nachvollzogen werden. Ein weiterer Link führt zur Stellungnahme der Übersetzerin, Autorin und Vertreterin des „VdÜ/Bundessparte Übersetzer im VS in ver.di (Verband der Literaturübersetzer)” Heike Brandt. Alle Links wurden für die Seite des Fachverbands Deutsch abgerufen am 03.05.2013.

Die Glosse „Kind liest deutsch” von Tilman Spreckelsen (F.A.Z., 06.05.2013) ist ebenfalls verlinkt.
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Deutscher Jugendliteraturpreis

Korrespondenz van Nahl - Weinkauff 2013

Stellungnahme VdÜ 24.04.2013

Offener Brief Initiative deutschsprachiger Kinder- und JugendbuchautorInnen und IllustratorInnen

Pressemitteilung des Arbeitskreises für Jugendliteratur e.V. "Weltoffen und international"

Tilman Spreckelsen, "Kind liest deutsch". In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.05.2013




19.04.2013CBK Online-Redaktion
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