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Sankelmark-Tagung 2014: "Worte wirken" --- Mit dem "Sprachpapst" Wolf Schneider

Tagung und Mitgliederversammlung des schleswig-holsteinisch/hamburgischen Landesverbandes am 7. und 8. November 2014

Sprache ist für Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer Grundlage ihres Wirkens. Schülerinnen und Schüler sollen Sprache wahrnehmen, verstehen, deuten sowie angemessen und reflektiert verwenden. Aktuell gibt es bei der unterrichtlichen Umsetzung viele Unsicherheiten. Die Tagung will einen Überblick über verschiedene Konzepte vermitteln und diese diskutieren.


Thematisiert wird u.a. der gegenwärtige Streit zum Schreibenlernen. Mit welchen Konzepten haben die Schüler das Schreiben und den Umgang mit Sprache erlernt? Wie wirken diese in der Orientierungs- und Mittelstufe fort, wie lassen sie sich bis in die Oberstufe hinein fruchtbar machen? …

Kurz gesagt: Es geht um Sprachbildung als Kern des Deutschunterrichts.

Anmeldung direkt in der Akademie Sankelmark

bei Frau Johannsen

Telefon: 04630-550
E-Mail: k.johannsen@eash.de  

oder über das
Anmeldeformular auf den Seiten der Akademie

www.eash.de/kontakt/anmeldung.html 

 

Die vollständige Einladung inkl. Tagungsprogramm finden Sie im Rundbrief 46 (2014), S. 29 ff.

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Wolf Schneider kommt nach Sankelmark

Die Füllwörter sind aufgespürt. Einige Nebensätze vereinfacht. Eine Würde-Konstruktion? Lieber direkter formulieren – es kostet viel Zeit und Sprachschweiß, mit Wolf Schneider zu mailen. Der bekannte Journalist und Stillehrer soll dem Thema Sprache auf der diesjährigen Sankelmark-Tagung professionellen Esprit verleihen, den Deutschlehrer-Blick mit den Profi-Ansprüchen verknüpfen.

                       Wolf Schneider
                       (Foto: privat)

Wolf Schneider nimmt die Einladung in den hohen Norden unprätentiös an, antwortet, dass er sich besonders freue, von Deutschlehrern gefragt zu sein. Aber er hat auch Bedenken, schreibt: „Die Schule lehrt das korrekte Deutsch. Sie lehrt nicht oder nur am Rande das verständliche Deutsch und ebenso nicht das farbige, gefällige Deutsch.” Er führt Beispiele an, plädiert dafür, dass man auf eingeschobene Nebensätze und vorangestellte Attribute verzichtet. Wendet sich auch gegen den Wissenschafts- und Bürokratenjargon, als Beispiel nennt er den „schulischen Bereich”. Formuliert selbst treffend und zugespitzt: „Schüler wie Dichter kennen zu ‚Schule‘ kein Adjektiv, und alle Bereiche sind sowieso zu tilgen, zusammen mit den Umständen und Gegebenheiten.”

Genau darüber wollen wir uns mit ihm in Sankelmark austauschen! Wolf Schneiders Deutschlehrer-Bild wollen wir gern aktualisieren. Stil ist auch unser Anliegen, aber die Vermittlung hat es in sich, wie wir alle in der Schule täglich erfahren. Allerdings haben es die nächsten Mails an Schneider auch in sich: Der geplante Satz funktioniert nicht ohne eingeschobenen Nebensatz. Warum eigentlich nicht? Warum überhaupt ein Nebensatz? Was will man eigentlich damit sagen? Vielleicht doch das andere Anliegen zuerst. Woher
kommen plötzlich die Attribute? Schleichen sich doch immer wieder ein. Er hat ja recht, wie in einem Spiegel-Interview mit ihm zu lesen ist: „Wenn du gelesen werden willst, musst du dich plagen.” Aber nun werden doch zuerst die anderen Mails verfasst, die Kollegen sind sicher nicht so zimperlich mit den Sätzen und Wörtern …

Die Schreibblockade löst sich wieder, als auch der „Sprachpapst” (Spiegel, 21.5.2010) im regen und schnellen weiteren E-Mail-Tausch zu Einzelheiten der Tagung und Organisatorischem mal einen Schachtelsatz nutzt. Schneider wird vom Starnberger See aus anreisen, wo der 89-Jährige heute lebt und als Dozent aktiv ist. Er war Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Washington, Chefredakteur bei der Welt, leitete von 1979 bis 95 die Hamburger Henri-Nannen-Schule und begründete deren legendären Ruf als Journalistenschmiede.

Parallel moderierte der umtriebige Berliner die NDR-Talk-Show. Mittlerweile ist er der meist gelesene deutsche Stillehrer des deutschen Sprachraums. Für Sankelmark wünscht er sich drei Stunden, will uns „die Gesetze der Verständlichkeit (und die gibt es) und die Regeln der Attraktivität (wie ich sie erlernt und 30 Jahre lang gelehrt habe), plausibel” machen und mit uns diskutieren. Diese große Runde bekommt er im November, wir freuen uns auf seinen Besuch! Und wir setzen bei der nächsten Formulierungssuche auch den einen oder anderen geplanten Nebensatz in Klammern, zumindest in Mails und im informellen Austausch. Sonst müssten wir die traditionelle Deutschlehrer-Aufsatz-Regel in Frage stellen, keine Informationen einzuklammern …

Aber „Aufsätze” schreiben unsere Schülerinnen und Schüler ja auch schon lange nicht mehr, das sind nun „Textproduktionen”. Klingt das nicht auch so sperrig wie „Bereich” oder „Umstand”? Es wird sicher spannend, mit Wolf Schneider um Formulierungen zu ringen.

 Gabriele Knoop (Landesverband Schleswig-Holstein)

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Rundbrief 46 (2014) LV Schleswig-Holstein / Hamburg

Fortbildungsveranstaltungen LV Schleswig-Holstein

Sankelmark-Tagung 2014: "Worte wirken"




28.10.2014CBK Online-Redaktion
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