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Sprachgeschichte und Namenkunde im Deutschunterricht

Nachbericht zur Fortbildungsveranstaltung 2011 des LV Rheinland-Pfalz

Professor Jürgen Udolph

gruppenbild_01062011Namen sind faszinierende Zeugen der Vergangenheit

Deutschlehrer aus Rheinland-Pfalz auf Namenforschung mit Jürgen Udolph

Wir alle leben in einer Welt voller Namen, um uns herum gibt es Vornamen, Familiennamen, Ortsnamen, Flussnamen, Ländernamen, Bergnamen, Straßennamen usw. Ohne diese würde unser Leben kaum funktionieren. Und man fragt sich: Wo kommen sie eigentlich her? Seit wann gibt es sie? Und – vor allem – was bedeuten sie? Der rheinland-pfälzische Fachverband Deutsch im Deutschen Germanistenverband e.V. und das Pädagogische Landesinstitut RLP hatten zu einer Fortbildung geladen und die Teilnehmer gingen eben diesen Fragen auf den Grund.


Der bekannte Namenforscher Prof. Dr. Jürgen Udolph konnte auf Initiative des Deutschlehrerverbandes für die Veranstaltung gewonnen werden. Den Startschuss der medialen Karriere von Jürgen Udolph gab die damalige dpa-Meldung: "Professor aus Deutschland weiß, wo die Kinder von Hameln sind!" 1997 forschte Udolph über den Ortsnamen und innerhalb weniger Stunden stand sein Telefon nicht mehr still, denn alle großen Presseagenturen und Fernsehsender aus dem In- und Ausland wollten mehr über die neuen Erkenntnisse rund um die Sage vom Rattenfänger von Hameln wissen. Heute ist Udolph gern gesehener Gast und Fachmann in zahlreichen Fernsehsendungen und auch im Radio gibt Jürgen Udolph täglich Auskunft über die Bedeutung von Nachnamen seiner Zuhörer.

Der Vorsitzende des Deutschlehrerverbandes Rheinland-Pfalz, Dr. Markus Müller, freute sich über die Veranstaltung mit dem renommiertesten deutschen Namensforscher, denn "gerade der Oberstufenunterricht wird oft als Literaturunterricht wahrgenommen, aber auch Namenskunde kann das Interesse der Schülerinnen und Schüler wecken."

Jürgen Udolph gab den interessierten Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern eine Einführung in die Namenforschung und offerierte Möglichkeiten zu Anwendung im Unterricht. "Wörter sterben, doch in Namen leben diese Wörter weiter", stellte Udolph klar und konnte dies mit anschaulichen Beispielen belegen.

Vor allem Ortsnamen sind wichtige und zum Teil faszinierende Zeugen der Vergangenheit. Aber sie sind manchmal nur schwer zu durchschauen und zu deuten, denn "in jeder Sekunde verändert sich unsere Sprache", betonte Jürgen Udolph. Sprachen verändern sich, unaufhaltsam, aber auch unmerklich. Man erkennt dieses nur, wenn man eine Sprache über Jahrhunderte hinweg beobachtet. Bei diesem Prozess verändern sich Sinn und Bedeutung von Wörtern, sie können auch ganz aus der Sprache verschwinden.

Aber in Namen bleiben sie mit ursprünglicher Bedeutung nicht selten erhalten. Diese zusammenhängenden Prozesse verdeutlichte Jürgen Udolph den Germanisten und gab auch zu bedenken, dass Namen aus Sprachen, die früher einmal in der entsprechenden Region gesprochen wurden, entstammen können.

Die Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer bekamen allerdings nicht nur Wege und Möglichkeiten für den Unterricht eröffnet, sondern auch die Bedeutungen der eigenen Namen wurden von Jürgen Udolph geklärt. Mit der Begeisterungsfähigkeit für seine Arbeit wurde der Tag mit Prof. Dr. Jürgen Udolph zu einem abwechslungsreichen und zugleich informativen Erlebnis. Namenskunde aus erster Hand und auf höchstem Niveau, wobei zahlreiche Anekdoten des erfahrenen Wissenschaftlers für humorvolle Abwechslung sorgten.
 

Auch im nächsten Jahr möchte der Deutschlehrerverband Rheinland-Pfalz e.V. wieder eine Fortbildung mit renommierten Referenten durchführen.

 

Prof. Dr. Jürgen Udolph


Pascal Badziong (Neuwied)
Quelle: www.region-rhein.de Nachrichten für die Region Mittelrhein 06.06.2011, 22:12 Uhr


 





Fortbildungsveranstaltungen LV Rheinland-Pfalz

Ankündigung: Sprachgeschichte und Namenkunde im Deutschunterricht

SWR-Interview mit dem rheinland-pfälzischen Landesvorsitzenden Dr. Markus Müller




16.08.2011CBK
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