
Sprache
SELECT __cms_bibtex_list.ID, __cms_bibtex_list.TITLEDE, __cms_bibtex_list.LABELDE, __cms_bibtex_list.MESSAGE, message.ID AS MESSAGE_ID, message.ACTIVE AS MESSAGE_ACTIVE, message.STICKY AS MESSAGE_STICKY, message.SHOWMORE AS MESSAGE_SHOWMORE, message.STATICMORELINKDE AS MESSAGE_STATICMORELINKDE, message.PUBDATE AS MESSAGE_PUBDATE, message.NUMBER AS MESSAGE_NUMBER, message.AUTHOR AS MESSAGE_AUTHOR, message.AUTHOREMAIL AS MESSAGE_AUTHOREMAIL, message.TITLEDE AS MESSAGE_TITLEDE, message.INFODE AS MESSAGE_INFODE, message.DESCRIPTIONDE AS MESSAGE_DESCRIPTIONDE, message.MESSAGEDE AS MESSAGE_MESSAGEDE, message.IMAGE AS MESSAGE_IMAGE, message.IMAGETITLEDE AS MESSAGE_IMAGETITLEDE, message.CHANNEL AS MESSAGE_CHANNEL, message.PARENT AS MESSAGE_PARENT FROM __cms_bibtex_list LEFT JOIN __cms_message AS message ON __cms_bibtex_list.MESSAGE=message.ID WHERE 1=1 AND __cms_bibtex_list.MESSAGE='E297D15B-7357-7019-2820-4EAB7140A954' ORDER BY __cms_bibtex_list.TITLE1
Warning: mysql_fetch_array(): supplied argument is not a valid MySQL result resource in /var/customers/webs/dgv/fachverband-deutsch.de/app/core/inc/Data/DataObject.inc.php on line 2604
Jürgen Trabant: Ein Plädoyer für die Vielsprachigkeit
Der Artikel des Romanisten und Sprachwissenschaftlers Jürgen Trabant erörtert die Konsequenzen der Expansion und Normalisierung des Englischen als Wissenschaftssprache. Auf der Basis der These, dass Denken und Sprache in einem Verhältnis der Wechselwirkung stehen, plädiert er für Vielsprachigkeit. Im Rahmen dieser liberalen Praxis würde auch "die alte Kultursprache Deutsch [...] als voll ausgebaute Sprache" ihr Daseinsrecht behalten.
Ein Plädoyer für die Vielsprachigkeit. Für ein differenziertes Sprachregime in den Wissenschaften ohne den totalitären Zwang zum globalesischen Einheitsidiom
Der Sprachwissenschaftler und Direktor des Tokioter Deutschen Instituts für Japan-Studien, Florian Coulmas, hat es kürzlich noch einmal für nötig befunden, in der "Neuen Zürcher Zeitung" das Englische als weltweite Wissenschaftssprache anzupreisen - unter nachdrücklicher Schmähung der reaktionären Kräfte, die sich diesem progressiven Trend wiedersetzen und in den alten europäischen Wissenschaftssprachen weiterarbeiten wollen, etwa in Deutsch.
Selbstverständlich spricht oder schreibt "die Wissenschaft" jetzt global englisch, und wir haben eine globale wissenschaftliche Kommunikationsgemeinschaft. Das braucht uns aber niemand mehr zu empfehlen. Von Zürich über Poughkeepsie, Tokio und Neu-Delhi nach Galway können Wissenschaftler ihre herrlichen Forschungsergebnisse auf Englisch verbreiten, die vorher über Flensburg und Innsbruck nicht hinausgekommen sind. Ein alter Traum der Menschheit ist in der Wissenschaft wahr geworden: eine Sprache für alle. Der Sieg der einen Sprache ist total oder wird in Bälde total sein, weil die Jugend der Welt offensichtlich begeistert dem Beispiel des flotten deutschen Sprachwissenschaftlers folgt und auf Globalesisch forscht und schreibt (ob das allerdings eine "Bereicherung" ist, wie der Titel des Artikels behauptet, sei dahingestellt). Warum aber müssen die verbliebenen besiegten Gegner dieser schönen neuen Wissenschaftswelt völlig ausgerottet werden?
Warum sollen diejenigen nicht in Ruhe weitermachen, die lieber in ihren alten Kultursprachen wissenschaftlich arbeiten und publizieren wollen? Die Gründe dafür, dass es trotz des globalen Kommunikationsraums sinnvoll ist, in den alten Sprachen weiter Wissenschaft zu betreiben, sind nicht verwerflich, sie sind auch nicht dumm und unwissenschaftlich. Daher zeichnet sich als Lösung der Frage nach der Sprache der Wissenschaft längst ein differenziertes Sprachregime ab, in dem das Globalesische und die alten Wissenschaftssprachen jeweils ihre Plätze haben. Die Details dieser neuen Sprachkonstellation sind allerdings noch auszuhandeln. Es geht darum zu klären, in welcher Phase der wissenschaftlichen Ausbildung Englisch verwendet werden soll, in welchen Disziplinen das sinnvoll ist und ob es ums Schreiben oder auch ums Sprechen geht.
[...]
Erstveröffentlichung Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 01.04.2010, Nr. 77, S. 9
"© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt. Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv".
Der vollständige Artikel steht als htm-Datei zur Verfügung. Bitte klicken Sie auf "download".
13.03.2010Online-RedaktionFachverband Deutsch





