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Möglichkeiten und Grenzen der Standardisierung in der literarischen Bildung

Vorankündigung Germanistentag Thüringen 2012

03.12.2012

Literarische Bildung und Kompetenzorientierung sind kompatible Konzepte. Diesem Grundsatz entsprechend wird aufgezeigt, welche in den Bildungsstandards genannten Kompetenzen für die literarische Bildung bedeutsam sind und wie sie sich entwickeln und überprüfen lassen.


Seit 2009 wurden in Thüringen kompetenzorientierte Lehrpläne eingeführt. Für die Klassenstufen 5/6 der Regelschule und des Gymnasiums sind bereits einige weiterentwickelte Lehrpläne als Erprobungsfassungen gültig. Dies betrifft auch das Fach Deutsch. Ab diesem Schuljahr tritt der neue Lehrplan für die Doppeljahrgangsstufe 7/8 in Kraft. Im Vorwort des Lehrplans heißt es: „Ein kompetenz- und standardorientierter Deutschunterricht erfordert daher den konsequenten Blick auf das, was der Schüler zu den im Lehrplan beschriebenen Zielzeitpunkten sowie am Ende des gymnasialen Bildungsgangs fachlich-inhaltlich, methodisch-strategisch, sozial-kommunikativ und selbstregulierend können soll.“ Aber inwiefern kann diese Ergebnisorientierung sinnvoll auf literarische Texte übertragen werden? Läuft man nicht Gefahr, literarische Bildung auf abfragbares Wissen zu reduzieren, das sich auf Inhaltswiedergabe und auf literarische „Formen“ beschränkt? Nach Siegfried Lenz steckt in der Wirkung von Literatur auch immer „das unkontrollierbare Zwiegespräch mit dem Einzelnen“ (1). Kurz: Ist die Interpretation eines literarischen Textes in punktgenauen Erwartungshorizonten messbar und vergleichbar? Welche Auswirkungen hat ein kompetenz- und standardorientierter Deutschunterricht auf die Aufgaben- und Unterrichtskultur? Vom Wesen und der Funktion von Literatur ausgehend soll die Sinnhaftigkeit der Vermittlung literarischer Kompetenzen erörtert werden.

Konkrete Unterrichtsmodelle sollen zeigen, wie guter Literaturunterricht unter Beachtung der Deutungsoffenheit literarischer Werke und der Subjektivität bei der Auseinandersetzung mit Literatur nach Maßgabe der geforderten Output-Orientierung aussehen kann. Dabei wird erörtert, wie der Umgang mit Literatur die Identitätsbildung unterstützt, welche Möglichkeiten der literarischen Sozialisation Literaturunterricht bieten kann und wo möglicherweise Grenzen der Standardisierung und Überprüfbarkeit von Kompetenzen in der literarischen Bildung liegen.

(1) Lenz, Siegfried: Am Rande des Friedens. In: Süddeutsche Zeitung 44 (1988) 234, S. 34 v. 10.10. 1988.

Barbara Conrad, LV Thüringen

Herbsttagung 2012:
„Möglichkeiten und Grenzen der Standardisierung in der literarischen Bildung“
03.12.2012
Referent: Prof. Clemens Kammler, Universität Duisburg/Essen
Moderation: Barbara Conrad
Thillm-Nr.: 135100901
Die ausführliche Ankündigung steht als pdf-Datei zur Verfügung.

 

 





Vorankündigung Germanistentag Thüringen 2012

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Möglichkeiten und Grenzen der Standardisierung in der literarischen Bildung




31.10.2012CBK Online-Redaktion

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