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Germanistentag 2013 Sektion 3: Literaturkritik

Leitung: Christina Gansel (Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald), Heinrich Kaulen (Philipps-Universität Marburg), Angela Potowski (Lessing-Gymnasium Hoyerswerda), Michael Hametner (Mitteldeutscher Rundfunk)

Die Literaturkritik ist eine der wichtigsten Instanzen der Literaturvermittlung. Sie prägt die öffentliche Vorstellung davon, was Literatur ist, was sie sein kann oder sein sollte und wie einzelne Texte einzuschätzen sind. In ihrer didaktisch-vermittelnden Funktion stellt sie dem Publikum notwendige Informationen, Kriterien und Kompetenzen zur Rezeption ausgewählter Texte zur Verfügung und besitzt damit Relevanz auch für die Institutionen der Bildung und Erziehung. In ihrer didaktisch-sanktionierenden Funktion für Literaturproduzenten (z.B. Autoren und Verlage) erhebt Literaturkritik den Anspruch, durch Bewertungs- und Selektionsakte die Qualität von Literatur zu sichern und auf diese Weise die Grenzen des Systems zu markieren. In ihrer reflexions- und kommunikationsstimulierenden Funktion fördert sie zugleich die öffentliche Verständigung über Literatur.


Welche Funktionen Literaturkritik spätestens seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert im Literatursystem erfüllt, hängt vom vertretenen Literaturbegriff ab wie auch von den gesellschaftlichen und historischen Kontexten. In der Literaturwissenschaft nimmt die Literaturkritik dennoch bis heute nur eine Randstellung ein. Erst in den letzten Jahren hat sie sich im Zuge einer stärkeren Praxisausrichtung an den germanistischen Fachbereichen in Lehre und Forschung ansatzweise etabliert.

Thematische Leitbegriffe: Verhältnis von Literaturwissenschaft und Literaturkritik, Funktionswandel der Kritik seit dem 18. und 19. Jahrhundert, Rolle von Kritik in ‚offenen‘ und geschlossenen Gesellschaften im 20. Jahrhundert, Konzepte von Literatur und Literaturkritik, Wechselbeziehungen zwischen Literaturkritik und Mediensystemen (Zeitungsjournalismus, Fernsehen, Internet u.a.), Literatursystem und ökonomischem System, Auswirkung von Medien und Publikationsorten auf Funktion und Sprache von Literaturkritik, Rolle von Rankings und Bestsellerlisten, Ausdifferenzierung von literaturkritischen Textsorten, Verhältnis von Reflexions-, Informations-, Wertungs- und Unterhaltungsfunktion der Kritik, Sprache als Medium der Gestaltung von Literaturkritiken, Verhältnis von professioneller Kritik und Laienkritik (systematisch, historisch, didaktisch, aktuell).

Exposés bis spätestens 30.04.2012 bitte an eine der folgenden Adressen:

Prof. Dr. Christina Gansel         Prof. Dr. Heinrich Kaulen

gansel@uni-greifswald.de        kaulen@staff.uni-marburg.de 





Call for Papers: Germanistentag 2013: "Germanistik für das 21. Jahrhundert"




04.03.2012CBK Online-Redaktion

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