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1/2012 Studium Germanistik - Germanistisches Wissen und Können in Anforderungsprofilen und propädeutischer Förderung

Herausgegeben von Prof. Dr. Ina Karg und Prof. Dr. Jörg Kilian

Nicht erst aus jüngster Zeit kennt man die Klagen darüber, dass es offenbar mit den Kenntnissen und dem Wissen, das Abiturientinnen und Abiturienten aus der Schule mitbringen, wenn sie ein Studium der Germanistik aufnehmen, nicht zum Besten bestellt ist. Zumindest scheint sich dies aus den Befunden zu ergeben, die bereits Hubert Ivo/Eva Neuland 1991 und Ulrich Schmitz 2003 vorgelegt haben. Einige Jahre später wurden die Ergebnisse des von Mechthild Habermann im Wintersemester 2006/2007 unter Studierenden der Germanistik an bayerischen Universitäten durchgeführten Grammatiktests als »katastrophal« bezeichnet und ebenso kommuniziert. Zu noch größeren Sorgen scheint Anlass zu geben, dass sich daran offenbar weder während der ersten Semester des Germanistikstudiums Entscheidendes ändert noch dass sich die Defizite auf einenTeilbereich des Faches beschränken. Denn glaubt man den Auswertungen von Tests, denen Lehramtsstudierende mit dem Berufsziel Deutschlehrer/in unterzogen wurden, so bestätigt sich nach Angaben der Testverantwortlichen dieses Bild: Im Teilfach Literaturwissenschaft mangele es »um das fünfte Semester herum insbesondere an literaturgeschichtlichemWissen, genauer an literaturhistorischem Orientierungswissen«, und der Befund für die Linguistik sei »ernüchternd«. Zu vermuten ist ferner, dass eine Abfrage von literarischen Primärtexten, die Studierende tatsächlich selbst gelesen haben, Autoren, die sie kennen, oder eine Vorstellung von sprachlichen Veränderungen über das, was in den Medien kolportiert wird, hinaus ebenso dürftig ausfallen würde – von wissenschaftlichen, d. h. theoriegeleiteten Zugriffen zu Sprache und Literatur einmal ganz zu schweigen.

Die Beiträge dieses Heftes greifen alle Aspekte dieser Gemengelage auf und setzen dabei erwartungsgemäß unterschiedliche Akzente, die sich z.T. aus der Perspektive des jeweiligen Teilfaches ergeben.



Inhalt

Albert Busch

Online-Self-Assessment (OSA) als Instrument eines integrierten Beratungs- und Curricularsystems in der germanistischen Linguistik, S. 7-24

Martin Huber

Wann beginnt das Studium? Plädoyer für ein fachwissenschaftlich definiertes Anforderungsprofil des Germanistikstudiums, S. 25-32

Gert Hübner

Ältere deutsche Sprache und Literatur. Ein Blick auf Studienbeginn und Studienanspruch, S. 33-46

Jakob Ossner

Sprachlich-grammatische Bildung. Was zu wünschen wäre, S. 47-58

Ulf Abraham

Literaturdidaktik und die Befähigung zur Teilhabe an der kulturellen Praxis. Literatur als Aufgabe der Lehrerinnen- und Lehrerbildung, S. 59-72

Jakob Ossner

Aktuelles Forum: Grammatische Terminologie in der Schule. Einladung zur Diskussion, S. 73-90

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