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1/2010 Spott und Verlachen im späten Mittelalter zwischen Spiel und Gewalt

Herausgegeben von Stefan Seeber und Sebastian Coxon

Der Thementeil dieses Heftes behandelt ein Phänomen, das schwer zu fassen ist: Spott bewegt sich zwischen Scherz und Ernst. Er kann verletzen und zum Lachen bringen, er hierarchisiert und trägt zur Gruppenbildung bei. Das Phänomen ist komplex und zugleich brisant, sein Niederschlag in der Literatur ist außerordentlich ambivalent und spiegelt die Auseinandersetzung mit Spott und Verlachen in der Gesellschaft des späten Mittelalters wider. Unter dem Blickwinkel der Neubewertung des Spottes am Ende des Mittelalters nehmen die Aufsätze des Bandes diese Spannung zum Anlass, nach den Grenzen, Lizenzen und Möglichkeiten von Spott, Lachen und Verlachen in Literatur und Gesellschaft der Zeit zu fragen. Der Spott soll so aus dem Kielwasser der Komikforschung herausgeholt und als eigenständiger Forschungsgegenstand auch jenseits der konfessionellen Streitschriften des 16. Jahrhunderts zur Diskussion gestellt werden. In Betrachtungen des Artusromans, der Minnelyrik, des Schwankes, von Kurzerzählungen, Lehrdichtungen und historiographischen Texten entwerfen die Beiträge ein Bild vom Spott als hocheffizientem kommunikativem und auch poetologisch brisanten Phänomen. Die Dynamik des Spottes wird so zum Ausgangspunkt der Untersuchungen, die zu weiteren Analysen anregen wollen.



Inhalt

Sebastian Coxon und Stefan Seeber

Zur Einführung, S. 3

Stefan Seeber

Keie der arcspreche: Spott und Verlachen im höfischen Roman um 1200, S. 8

Seraina Plotke

Neidhart der Spötter: Spott bei Neidhardt, S. 23

Rüdiger Schnell

Verspotten und Verlachen: Grenzen und Lizenzen in Literatur und Gesellschaft des Spätmittelalters, S. 35

Sebastian Coxon

der spott wirt in wol gevallen: Komischer Spott und spöttische Komik in mittelaterlichen Kurzerzählungen, S. 53

Hans Rudolf Velten

Spott und Lachen im Ring Heinrich Wittenweilers, S. 67

Christian Kuhn

Vom Predigtexempel zum Konfliktmedium: Geschichtswissenschaftliche Perspektiven auf den Schwank an der Wende der Neuzeit, S. 80

Almut Hoppe, Gerhard G. Kahlert, Beate Kennedy

Aktuelles Forum: Literarische Filmbiographien, S. 94

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