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3/2011 Sprache in der Politik

Herausgegeben von Dr. Christine Domke und Prof. Dr. Jörg Kilian

Die linguistische Erforschung politischer Sprache und politischer Kommunikation hat seit der Etablierung der Politolinguistik als wissenschaftlicher Disziplin im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts unterschiedliche theoretische und methodische Wege eingeschlagen. Die Gegenstände, Erkenntnisinteressen und Fragestellungen lassen sich – bei aller Unterschiedlichkeit im Einzelnen – gleichwohl grundsätzlich zwei Sprachbeschreibungsebenen zuordnen: einer lexikalisch-semantischen mit dem Ziel der Analyse politischen Wortschatzes und politischen Wortgebrauchs sowie einer kommunikativ-pragmatischen mit dem Ziel der Analyse politischer Kommunikation und ihrer Formen. Heiko Girnth unterscheidet in seiner »Einführung in die linguistische Analyse öffentlich-politischer Kommunikation« dementsprechend zwei Richtungen der politolinguistischen Forschung, die er als »lexikonorientierte und text-/diskursorientierte Richtung« bezeichnet.

Trotz des begrenzten Umfangs versucht das vorliegende Heft der »Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes«, im Gesamt den Bogen zu spannen von den beiden genannten klassischen politolinguistischen Sprachbeschreibungsebenen bis hin zu der semiotischen und medialen Vielfalt vonWort und Text im Diskurs. Dazu wurden Beiträge versammelt, die aktuelle Ansätze und Entwicklungen der politolinguistischen Forschung vorstellen und kritisch beleuchten. Die Autorinnen und Autoren sind unserer Bitte, jeweils ihren spezifischen Blickwinkel auf den Gegenstandsbereich »Politische Sprache« exemplarisch zu verdeutlichen, gefolgt, so dass das Heft Analyseperspektiven präsentieren kann, die einander widersprechen dürfen, ergänzen können und nicht ausschließen müssen. Wir verstehen diese (auch kontroverse) Vielfalt als Anregung, die eigene Sichtweise kritisch zu überdenken, mithin zu schärfen, und wir hoffen, dass die Leserinnen und Leser uns darin folgen mögen und ebenfalls die Unterschiede und Verbindungen bei der Lektüre mit Gewinn für sich entdecken.



Inhalt

Werner Holly

Politische Inszenierungen. Guttenberg am Anfang vom Ende – ein audiovisueller Dementiversuch, S. 227-237

Claudia Fraas und Stefan Meier

Multimodalität und Frame. Skizze einer Online-Diskursanalyse, S. 238-248

Melani Schröter

Schlagwörter im politischen Diskurs, S. 249-257

Steffen Pappert

Politische Sprache und Kommunikation im Wahlkampf, S. 258-268

Franz Januschek

Kritische Diskursanalyse politischer Sprache, S. 269-277

Thomas Niehr

Politische Sprache und Sprachkritik, S. 278-288

Josef Klein

Diskurse, Kampagnen, Verfahren. Politische Texte und Textsorten in Funktion, S. 289-298

Constanze Spieß

Politische Diskurse, S. 299-307

Marc Andreoli und Andreas Bär

Aktuelles Forum: Faschismus und Nationalsozialismus im Spiegel der Literatur – Thomas Manns Novelle »Mario und der Zauberer« im Kontext, S. 308-327

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